Viele Mythen existieren zum Thema “perfekter Espresso”.
Hier ein Paar Tips wie der perfekte Espresso gelingen kann.

Maschine

Wie bei vielen Sachen: Man kann aus einem Ackergaul kein Rennpferd machen!
Von daher muss man mit dem Leben was man hat.
Was ich damit meine:

Nimm deine Maschine als gegeben hin und mach das Beste daraus!

Ich besitze eine Gastroback Design Espresso Advanced – Barista Edition. Diese war für mich der Einstieg in eine völlig neue Kaffeewelt. Der Anschaffungspreis war im Vergleich zu professionellen Maschinen günstig und es sind alle Funktionen vorhanden die man braucht um einen perfekten Espresso zu zaubern.

Die Maschine erzeugt einen Druck von 15 bar am Siebträger und hat damit die Power eine entsprechende Crema zu produzieren.

Bohnen

Aus meiner Sicht sollte man an der Bohne nicht sparen. Die Bohne ist die Grundsubstanz eines Espresso. Eine schlechte Bohne macht einen schlechten Espresso.

Ich kaufe nur noch Bohnen aus der Rösterei!

Solltest du bisher keinen vernünftigen oder zufriedenstellenden Espresso hinbekommen haben, könnte die Bohne die Lösung des Problems sein.

In einem Selbstversuch habe ich mir einmal Bohnen vom Discounter gekauft, weil ich mal wieder zu geizig war für 500g Bohnen 13,50 EUR zu bezahlen. Dafür habe ich quasi Lehrgeld gezahlt. Ich habe es nicht geschafft die Bohne so einzustellen, dass die Maschine überhaupt einen entsprechenden Druck hätte aufbauen können. Das Ergebnis: Keine Crema.

Bohnen vom Röster haben die folgenden Vorteile gegenüber denen vom Discounter:

  • Schonende Röstung:
    Bei der kleinen Rösterei wird sich noch Zeit für die Röstung genommen. Die Bohnen werden bei weniger Hitze dafür in längerer Zeit geröstet. Beim Discounter geht es um die reine Masse. D.h. viel Hitze in wenig Zeit gibt einen hohen Ertrag.
  • Säurearm:
    Durch die schonende Röstung ist die Bohne nicht so bitter wie beim Discounter. Die ätherischen Öle werden nicht verbrannt, dadurch ist die Bohne auch nicht bitter sondern deutlich milder im Geschmack.
  • Frische:
    Der Röster um die Ecke produziert deutlich frischer, als der Discounter. Die Bohnen haben nach der Röstung keinen großen Transport hinter sich und werden direkt verkauft. In meinem Fall weiss ich, dass wenn ich eine Packung beim Röster kaufe, diese maximal eine Woche alt ist. 500g reichen bei mir ca. 2 Wochen. Die geröstete Bohne hat gar keine Chance alt zu werde n 🙂

Der einzige Vorteil vom Discounter mag der Preis sein, aber die Qualität kann einfach nicht überzeugen. Von daher ist der Discounter keine alternative.

Mahlgrad der Bohnen

Der Mahlgrad der Bohnen bestimmt die Durchlaufzeit und den von der Maschine aufgebauten Druck.
Es gelten die folgenden Regeln:

  • zu grob:
    Die Maschine kann nicht den entsprechenden Druck aufbauen, da die Bohnen dem Wasser keinen Widerstand liefern. Das Wasser “sickert” durch die Bohnen durch. Es bildet sich keine Crema, der Geschmack ist “dünn”.
  • zu fein:
    Die Maschine baut zu viel Druck auf, da das Wasser beim Durchlaufen der Bohnen “blockiert” wird. Die Durchlaufzeit des Espresso verlängert sich. Dadurch wird der Geschmack bitter.

Man muss eben die richtige Balance finden. Dies gelingt nur durch viel Ausprobieren. Man muss den Kaffee ja nicht wegschütten. Es empfiehlt sich hierzu die Schwiegermutter einzuladen 🙂

Konstanten

Ich versuche so viele Konstanten wie möglich bei der Espresso Zubereitung zu bekommen:

  • Immer die gleiche Bohne
  • Immer der gleiche Mahlgrad
  • Immer der gleiche Druck beim Extrahieren
  • Immer die gleiche Durchlaufzeit
  • Immer das gleiche Wasser (gefiltert)

Wenn ich mal Lust habe zu variieren, dann immer nur an einem Parameter damit ich die Auswirkung entsprechend bewerten kann.

Das hört sich nach einer ziemlichen Selbstgeißelung an, aber es macht deutlich mehr Spaß zu wissen was man tut, als sich auf den Zufall zu verlassen.

Vielleicht hilft es ja jemandem.